Twitter auf dem Prüfstand

Es ist in aller Munde… da konnte ich natürlich nicht widerstehen: Ich teste die Social Media Plattform die sich Twitter nennt!
Ganz am Beginn stand dabei die Suche nach “Twitter-Strategien”. Das Ergebnis war atemberaubend: eine unüberschaubare Anzahl an Tipps und Tricks, Millionen von Tools samt Hilfswerkzeugen, die allesamt den Anspruch haben, als Twitter “Killer-Applikation” gelten zu wollen. Ich habe mich durch die Masse gequält und meine Erfahrungen als Praxisbeispiel für die Neuentwicklung einer “Twitter-Strategie” zusammengefasst:
Einführung: Was zum Teufel ist Twitter überhaupt?
Twitter ist ein Online-Dienst über den jeder eine Statusmeldung mit maximal 140 Zeichen posten kann. Damit entsteht die weltgößte und schnellste Sammlung an Micronachrichten. Aus dieser simplen Funktion heraus ergeben sich nun einfache Möglichkeiten wie:
- Recherche nach thematischen Beiträgen (auch ohne Account) über die Twitter-Suche
- Know-how von selbst ausgewählten Experten gewinnen
- Informationen schnell und weltweit publizieren
In diesem System an Micronachrichten gilt es nun den Überblick zu bewahren.
Let’s get started … Wie starten? Was schreiben?
Zuerst einmal überlegen: Was sind die Themen über die ich sinnvoll berichten kann? Social Media und Online Marketing passen gut zu mir. Damit war die Ausrichtung meiner Tweets und des Mehrwerts für die Community schnell klar.
Meine Tipps zur Inhaltsbeschaffung
Nicht jeder hat den nötigen Celebrity-Status, um seine Follower mit Berichten über den täglichen Terminkalender zu begeistern. Das macht aber nichts, denn jeder hat auf jeden Fall das Zeug dazu sinnvoll auf Twitter mitzuwirken. Man muss sich mit den Inhalten als Normalsterbliche halt ein wenig mehr anstrengen.
- Leg dir einen Google Alert mit zwei, drei Keywords an und bleib so auf dem laufenden im Web über dein Themengebiet.
Aus dieser Erfahrung heraus kann ich sagen: bloß nicht mehr als drei und auf keinen Fall “täglich” einstellen. Sonst füllt man sich das E-Mail-Postfach schneller mit Alert-Mails an, als Spam das je schaffen könnte. - Abonniere RSS-Feeds von themenbezogenen Blogs, so gewinnst du nützliches Wissen und zusätzlich Links für deine Tweets.
Meine Tipps zum Schreiben
- Schreib einfach nach Gefühl und Laune: mal gute Links mit eigenem Kommentar vorangestellt, mal einfach nur retweeten. Auf keinen Fall solltest du vergessen Links kurz zu betiteln.
- Ein nützliches Tweet-Tool – coTweet zum Beispiel – unterstützt dich bei der Planung von Tweets, Nutzung und Monitoring. Ich beschäftige mich morgens mit 3 bis 5 geplanten tweets und verteile sie auf den Tag. Damit sind die anderen nicht vom Dauertweeten genervt und ich brauche nicht den ganzen Tag mit Twitter verbringen. Ein vordefinierter Zeitrahmen empfiehlt sich ebenfalls im Umgang mit Twitter.
Living in a virtual world … Wie komme ich in ein für mich nützliches Netzwerk?
- Potentielle Follower kannst du unter der Twitter-Suche finden. Einfach ein Keyword deines gewählten Themenschwerpunktes eingeben und herausfinden, wer denn so darüber twittert. Oder nutz einfach das bestehende Netzwerk der Follower, die du gut findest, egal ob über deren tweets oder Profilseiten.
- Bei Twitter geht’s um Kommunikation, deshalb antworte auf tweets, bedank dich für retweets und nimm an der Community teil. So wächst dein Netzwerk automatisch, denn Twitter ist keine One-Man-Show.
The Result is … was bringt es?
- Ganz vorne weg: Twitter ist keine Einbahnstraße. Der Umgang mit dem Medium will erlernt werden und benötigt nicht unbeachtliche zeitliche Ressourcen. Hat man erst einmal Freundschaft mit Twitter geschlossen und sich von der traditionellen Frontal-Werbe-Kommunikation verabschiedet kann man die Plattform ganz gezielt zur Stärkung des eigenen Netzwerkes nutzen.
- Teilnahme in der Twitter-Gemeinschaft schafft eine gute Wissenbasis mit hoher Aktualität. Kontakte herstellen und pflegen – mit der globalen Community, was in der realen Welt nie denkbar wäre, gelingt auf sozialen Plattformen wie Twitter mit Leichtigkeit. Die Reichweite ist unbegrenzt und einzigartig. Oder denkst du, dass Ashton Kutcher dich anrufen würde um dir zu sagen, was er in seiner Suite in Venedig gerade macht?
- Aus geschäftlicher Sicht betrachtet steht auf jeden Fall fest, dass mit einer pfiffigen und kreativen Idee von der Kundengewinnung bis hin zum Beschwerdemanagement alles möglich ist.
Bonus-Thema: Twitter Security … Wie steht es um die Sicherheit bei der Verwendung von externen Twitter-Tools?
Im Test habe ich natürlich nichts ausgelassen: Ich habe erlebt, wie plötzlich Tweets über meinen Account verschickt wurden, die ich nicht selbst geschrieben hatte.
Ursache war vermutlich eines der tausenden 3rd-Party-Tools die ich verwendet habe. Angefangen von Statistikprogrammen des Tweetverhaltens über Followermanagement bis hin zu zur eigenen Twitter-Charmabestimmung gibt es da alles. Sicher ist dabei nur, dass beinahe jede dieser Applikationen den Zugriff auf den Twitter Account fordert und man deshalb bei zwielichtigen Tools im Zweifelsfall lieber die Finger davon lassen sollte.
Zum Glück hatte mein “Angreifer” weder mein Passwort, noch meine E-Mail-Adresse geändert. Nach einer Passwort-Änderung war der Spuk sofort beendet. Auch im Falle einer Passwort-Änderung durch den Fremden könnte man das Passwort per E-Mail-Anfrage zurücksetzen. Wenn Passwort und E-Mail fremd geändert werden ist die Situation etwas schwieriger. Dann führt der Weg unweigerlich über den Twitter-Support.
In diesem Zusammenhang ist es nützlich und sinnvoll im Twitter-Profil unter Settings->Connections die nicht verwendeten Twitter-Tool-Verbindungen zu verbieten (revoke access).
Hast du nützliche praxisnahe Tipps? Schreib sie doch einfach als Kommentar zu diesem Artikel.
Weitere Artikel zum Thema






